Der Vogelmayer ist in Margertshausen "dahoam"

Thomas Mayer alias der Vogelmayer sorgt beim Kulturabend der Margertshauser Theaterfreunde mit Witz und Gesang für viele Lacher (von Marcus Angele, Augsburger Allgemeine, 30.10.2019)

Beim schon traditionellen Kabarettabend der Theaterriege des SSV Margertshauen durften die Besucher gut zwei Stunden über das mit teils derben Stammtischwitzen und kuriosen Wortspielen gespickte Programm des Vogelmayers lachen. Der gesellige Niederbayer versteht es dabei, die Leute zu unterhalten, mitzunehmen und bei seinen Liedern auch zum Nachdenken zu animieren.

"Genießen Sie den Abend, meistens komm ich bloß einmal", begrüßt der sympathische Vogelmayer lachend im "Dahoam"-T-Shirt und Lederhose seine Gäste. Zuerst erklärt er sich und sein Programm, möchte das aber gar nicht so langziehen um aber dann doch wieder grinsend noch eine Erklärung nachzulegen. Über den gesamten Abend bekommt man so den Eindruck, er könnte beinah der gemeinsame Sohn von Fredl Fesl und Willi Astor sein, der oft am Witze erzählenden Stammtisch sitzt. Der Vogelmayer spielt gern mit dem Publikum und darum ist er auch lieber auf den kleinen Bühnen zuhause. Rund 170 Vorstellungen gibt er im Jahr hauptsächlich in Bayern, Hessen, Baden-Württemberg sowie Österreich und hier und da muss er dann doch etwas mehr oder weniger "hochniederbayerisch" reden. In Margertshausen hatte er keinerlei Verständigungsprobleme und lederte mit seinen Witzen los, öfters auch völlig hemmungslos und herrlich politisch unkorrekt. Doch er weiß genau wie weit er hier gehen kann und relativiert dies oft geschickt im gleichen Atemzug wieder, wenn er sich zum Beispiel nach einigen Witzen über Schwule, gegen die er überhaupt nichts hat, rechtfertigt: Es gibt ungefähr zehn Millionen Österreicher, aber 300 Millionen Schwule auf der Welt - und merkt´s was?". Dann kalauert er sich von einer Schote zur nächsten, wenn er unter anderem behauptet "Ich habe den Körper eines Gottes, leider ist es Buddha" oder fragt "ist Kegeln mit Thomas Anders als mit Dieter Bohlen?". Spontan witzelt er auch über eine Vegetarierin in der ersten Reihe. "Gell, sie ist schon mager, aber wir sind hier ja auch in Ma(r)gertshausen". Seine Blödeleien bewegen sich immer knapp über oder auch unter der Gürtellinie, aber er hat eben den Charme und das Können, dass er alle damit einfängt und zum Lachen bringt.

Thomas Mayer ist seit fast fünfzehn Jahren der Vogelmayer und möchte der Gesellschaft schon hier und da den Spiegel vorhalten. Als Vogelmayer darf er auch derb und unbequem sein und spricht das aus, wo viele von uns öffentlich mit der eigenen Meinung lieber zurückhalten. Darum findet Thomas Mayer den Vogelmayer für sich selbst und für die Besucher gleichermaßen wichtig: "Jawohl, der hat´s amol gsagt wie´s is." Aber er fügt auch hinzu:  "Man muss das halt auch alles im richtigen Kontext zueinander sehen und nicht einseitig nach falsch oder richtig beurteilen - in jede Richtung ist 'extrem' wahrscheinlich ungut".

Diese Ansicht bringt er sehr deutlich in zwei nachdenklichen Liedern zum Ausdruck.  In "Die Welt wird von Tag zu Tag blöder" prangert er die zunehmende Dummheit auf der Welt an, in der sich die Leute von Klatschpresse, Politiker und Internet übel beeinflussen lassen, ohne nachzudenken, was eigentlich viel wichtiger ist auf dieser Welt: Friede, gute Freunde und auch einmal über sich selbst lachen können. In "Dahoam", so auch der Titel seines aktuellen Programms, zeigt er, dass "Dahoam" kein Ort, sondern ein Gefühl ist.

Gegen Ende lässt er das Publikum noch einmal herzlich lachen, wenn beim Zungenbrecher der schwarz-weiße Ritter und seine bunte Ritterschar vom karierten Drachen gefressen werden oder wenn er über den Furz beziehungsweise den "Schoiß" sinniert. Denn nicht das erste Date oder der erste Kuss sind in einer Beziehung entscheidend, nein, der erste "Schoiß" auf dem Sofa neben deinem Partner, der ist es, genau dann sind die beiden richtig zusammen. Außerdem sollten es die Leute doch öfter so machen wie sein Kumpel: "Bevor i mi aufreg, is´ mer des wurscht".

Zum Dank für einen sehr unterhaltsamen Abend überreichten die Theaterfreunde zum Schluss dem selbst ernannten Goaßmaß-Botschafter Vogelmayer eine Halbe des "edlen Getränks" und stießen mit ihm gemeinsam auf die gelungene Vorstellung an.